Dienstag, 4. Juli 2017

01.07.2017 Rückbau der Zündung und Einstellung 123Ignition für Serie 1.5 Motor mit Stromberg Vergasern

Aktuell habe ich immer noch das Problem, dass der Motor bei Drehzahlen ab 3500 Umdrehungen unwillig und rauh läuft. Um sicherzustellen, dass es nicht an der elektronischen Zündung von 123ignition liegt habe ich die Kennkurve mal mit den geforderten Werten verglichen, konnte da allerdings beim Abblitzen keinerlei Fehler feststellen. Um ganz sicher zu gehen, habe ich die original Zündung wieder verbaut um hier einen Vergleich fahren zu können. Leider ist auch die original Lucas Zündung da nicht besser gewesen, so dass ich die 123ignition wieder zurückbauen werde. Dazu habe ich mich noch einmal genau mit Version und Kennlinie der Zündungen beschäftigt. Es gibt hier ja die -6GB und die -JAG Version. Nach langer Recherche denke ich, dass es wohl die spezielle Jaguar Version (Jaguar-XK) ist. Leider haben die Jaguar Versionen keine Kennlinien, die bis 4500 Umdrehungen gehen, so wie die original Verteiler es angeben.

Meine Herausforderung war es, eine Kennlinie für einen Serie 1,5 Motor mit Stromberg HD 175
Zur Kennlinie:
Lt. Werkstatthandbuch ist die Frühverstellung (ohne Unterdruckverstellung, hatte die US-Ausführung nicht)
U/min Grad
0 5
1000 10
1200 13-17
1600 22-26
2900 29-33
4400 37-41
Des Hammill nennt 38-44 Grad als maximale Frühzündung. 



Kennlinien 123Ignition-JAG:


Ich habe mich daher für die Kennlinie D entschieden. Kollegen aus den Jaguar Foren hatten damit auch gute Erfahrungen gemacht. Wenn ich die 10° statische Frühzündung noch zu der Verstellkurve hinzuzähle, komme ich auf 22° bei 2000 U/Min. Das liegt etwas unter der Originalzündung, aber wenn ich die Unterdruck Verstellung noch dazubaue, sollte es einigermassen passen. Bezüglich der Vakuum Verstellung muss ich mir noch etwas einfallen lassen. Die Strombergs haben ja ein Schub Bypass Ventil das mit Unterdruck aus dem Ansaugtrakt gesteuert wird. Ich hoffe der Abnehmer ist nicht zu weit von der Drosselklatte entfernt, so dass ich über ein T-Stück hier zusätzlich noch die Unterdruck Steuerung der Zündung für die Schub / Teillast Verstellung nutzen kann, um den Spritverbrauch im Teillastbereich noch etwas zu reduzieren zu können. Zur Not muss ich auf eine andere Kennlinie wechseln.

Da ich einen elektronischen RVI Drehzalmesser habe, der nicht über den Tacho Generator der Nockenwelle angetrieben ist, muss die 123Ignition etwas spezieller angeschlossen werden. Ich musste dafür ein neues Kabel von dem Zündschloss zur Zündspule legen, damit die Funktion des Drehzahlmessers nicht durch die Zündung gestört wird. Eine Zeichnung habe ich von Limora aus dem Handbuch beigefügt. Einen RVI Drehzahlmesser erkennt Ihr daran, dass auf dem Ziffernblatt klein gedruckt die Ziffernfolge RVI, gefolgt von einigen Ziffern zu lesen ist. Oft ist dieser Schrifzug so nah am Rand des Drehzahlmessers, das Ihr schräg von oben oder unten unter den Rand schauen müsst. Von hinten ist ein RVI Drehzahlmesser an der Art der elektrischen Anschlüsse zu erkennen, beachtet hierzu bitte die Bilder weiter unten. Obwohl die klassischen RVI Drehzahlmesser von Smiths nicht für den Betrieb an einer elektronischen Zündanlage konzipiert sind, ist es fast immer möglich eine zufriedenstellende Anzeige zu erhalten. Die Drehzahlmesser der RVI Baureihe sind normalerweise in die Versorgungsleitung vom Zündschloss zur Zündspule eingeschleif. Das bedeutet, dass der Drehzahlmesser vom „Zündspulenstrom“ durchflossen wird. Die 123-Ignition darf nicht direkt vom Versorgungsanschluss der Zündspule mit Spannung versorgt werden, weil die 123-Ignition Strompulse erzeugt, die den Drehzahlmesser irritieren können. (Allerdings hatte ich die Original Anschaltung auch erst beibehalten, musste nur den Drehzahlmesser am Poti auf der Rückseite wieder neu "Eichen". Ich habe das bei einer mittleren Drehzahl von 2500 U/Min mit einem Diagnose Gerät durchgeführt) Daher muss in diesem Fall die 123-Ignition direkt am Zündschloss bzw. an einer vom Zündschloss geschalteten Sicherung angeschlossen werden.

 

Final habe ich dann vorsichtshalber noch einmal die Ventilspiele und Steuerzeiten geprüft, die waren aber 100% innerhalb der Toleranzen. Lediglich die obere Steuerkette habe ich etwas strammer gestellt, um hier sicherzustellen, dass diese nicht anfängt zu schwingen und zu schlagen. Die hatte ein wenig Spiel, meiner Meinung nach war das aber auch noch OK. Ich warte jetzt noch auf eine neue Verteilerkappe (da mir mal wieder die Kohle der Kappe bei der Montage abgebrochen ist) und werde dann wieder testen.

Montag, 26. Juni 2017

26.06.2017 Die Bremssättel werden gereinigt und für die neuen Zylinder vorbereitet

Nachdem ich die Bremszylinder draussen hatte musste ich die Bremszangen erst einmal mit der Drahtbürste von Dreck und Rost befreien.
Die Zangen habe ich nach 2h mit der Drahtbürste auf der Flex einigermaßen reinigen können. Leider war einer der Entlüftungsnippel so festgefressen, dass ich ihn nur noch in den Schraubstock einspannen konnte und vorsichtig durch hin und herdrehen lösen konnte. Die Gewinde werde ich vorsichtshalber noch einmal mit dem Gewindeschneider nachbearbeiten.
Die Bremszylinder habe ich mit feinem Schleifpapier und einem rotierenden Polierkopf noch einmal nachgearbeitet, um auch hier alle Korrosionsreste zu entfernen. 
Die alten Bremskolben habe ich noch einmal poliert und mit den alten Dichtungen und Silicon Fett eingesetzt, damit beim lackieren der Bremszangen keine Farbe in die Bremszylinder gerät. Ich überlege nur noch, ob ich die Zangen mit hochtemperatur Farbe spritzen soll oder mit normaler Farbe. Bisher hat hinten immer normale Farbe gereicht, mal sehen ob die 2K Epoxy Farbe, die ich da noch habe schön aussieht. Ist eher Hammerschlag aber für die Sättel sollte das kein Problem sein denke ich.

Sonntag, 25. Juni 2017

25.06.2017 Lager aus den Antriebswellen sind raus und Bremsmechanik in Arbeit

Heute habe ich aus den Flanschen die Kegelrollen Lager Schalen ausgepresst um die gleich alle zu erneuern. Wenn das Getriebe offen ist kann ich die am meisten belasteten Lager jetzt auch gleich mit machen. Da gibt es für jede Seite einen Kit mit Lager, Distanzquetschhülse und 2 Kegelrollenlagern sowie dem O-Ring.

Die andere Seite habe ich schon grundiert, werde aber wohl alles erst fertig lackieren wenn die Lager und Simmerringe drinnen sind. Schade dass die Teile erst mal wieder von SNG bestellt werden müssen. Zoll Lager hat irgendwie auch nicht jeder am Lager mehr.
Die Handbrems Mechanik links und rechts habe ich auch zerlegt, gereinigt, neu gefettet und ein wenig ansehnlicher versilbert
Die alle neu zu verzinken ist mir jetzt zu aufwendig, der Lack sollte auch ein paar Jahre halten. Neue Handbremsbeläge habe ich noch jede Menge am Lager, da muss ich nichts beschaffen.

Um den Tag noch ein wenig mit Arbeit zu versüßen habe ich dann noch meine Sortimentskästen mit den Splinten oben vom Schrank geschmissen, so dass hunderte Splinte jetzt durcheinander in der Werkstatt in allen Ecken lagen. Wer keine Arbeit hat, der macht sich welche.....



Die Zylinder stecken aktuell noch ziemlich fest in den Buchsen und sind oben eingerostet - ich habe die erst mal mit Rostlöser eingesprüht um sie später auszuhebeln
Habe die Sättel jetzt im Schraubstock eingespannt und die Kolben mit 2 Schraubendrehern herausgehebelt. Ging jetzt ganz leicht. Als nächstes müssen jetzt die Dichtungen noch raus und der Rand oberhalb der Dichtungen entrostet und poliert werden. Ich habe VA Kolben bestellt, damit die in Zukunft nicht rosten können. Nächste Woche muss ich dann mit der großen Drahtbürste ran um die Bremszangen ordentlich entrosten zu können.

Samstag, 24. Juni 2017

24.06.2017 Endlich kann ich die lange Hinterachse angehen

Diesen Sommer wollen wir mit den Oldtimern nach England fahren. Die hohen Drehzahlen im 4. Gang beim E-Type sind aber sehr lästig und kosten viel Sprit. Aus diesem Grunde habe ich schon letztes Jahr 2 Jaguar-XJ 12 Differentiale gekauft, um hier die lange Achse zu bekommen. Darüber hinaus haben die XJ Hinterachsgetriebe auch eine bessere hintere Bremsanlage.

Ich habe erst mal alle Anbauteile entfernt um das Geriebe reinigen zu können
Dann mit der Drahtbürste erst mal den groben Schmutz und das Öl entfernt
Um das Hinterachs Getriebe reinigen zu können habe ich es erst mal an den Kran über eine Kunststoff Kiste gehängt um das Reinigungs Benzin damit auffangen zu können
Jetzt noch einmal von oben gereinigt.
Mit dieser Getriebe Nummer und vermutlich dem BJ 1977 versuche ich jetzt Ersatzteile zu finden.
Die beiden Antriebswellen habe ich ausgebaut, um die beiden Wellendichtringe und ggfls die Lager und die O-Ringe zu ersetzen. Irgendwer hat da schon drann gebastelt, da eine der Innenschalen ausgeschliffen war, um die leichter über den Wellenstumpf ziehen zu können. Für die 2. Welle musste ich erst einen Abzieher kaufen, ansonsten hätte ich die Lager und das Gehäuse nicht von der Welle bekommen.
Die Verzahnung sieht einwandfrei aus, insofern kann ich das Achsgetriebe jetzt weiter reinigen und überholen. Am Differenzial muss ich nichts weiter machen.
Die zerlegten Teile habe ich auch erst mal in Benzin gereinigt, solange die Farbe am Gehäuse trocknet. Die Handbremsanlage habe ich komplett zerlegt, gereinigt, neu gefettet und wieder zusammengebaut.
Ich habe das Getriebe rot gestrichen, das war auch die Farbe des alten Original Getriebes im OTS. Insofern darf es sich dann auch nicht unterscheiden. Nur der Kenner wird die stärkere Bremsanlage erkennen. Ansonsten ist es ein Power Lock Diff und hat die serienmäßige Europa Übersetzung und nicht den USA Müll.
Den hinteren Deckel habe ich 2 x schwarz lackiert und den Entlüfter Stutzen neu befestigt. 
Den hinteren Deckel habe ich diesmal gleich mit Dirko auf der Pappdichtung montiert. Original waren die Schrauben nicht sehr fest, aus diesem Grunde habe ich alle Schrauben auch nicht zu fest montiert und mit Loctite zusätzlich gesichert. Dadurch erwarte ich, dass damit zumindest dieser Teil dicht bleiben wird.
Leider fehlen mir jetzt die passenden Simmerringe, die ich im Bestand habe passsen nur auf die alten Getriebe und nicht auf eins ab 1977. Die Wellengehäuse haben da eine etwas geringere Bohrung. Insofern muss ich jetzt erst mal neue Bremssscheiben und Beläge, einen Bremszylinder Dichtsatz, die O-Ringe und neue Wellendichtringe bestellen. Handbrems Beläge habe ich noch neue im Lager.